Leben Minimalismus

Ziele erreichen, zufriedener sein: 8 Dinge, die ich durch mein Self-Journal gelernt habe

Ziele erreichen mit dem Self-Journal

Wir schreiben den 1. Februar 2017. Mein fabulöser Blog steht mit 30 Artikeln im Internet.

Das schreibe ich nicht am 1. Februar 2017 oder später, sondern schon zwei Monate vorher. Aus der Vergangenheit sozusagen. Woher ich weiß, dass es so kommen wird?

Kann ich in die Zukunft sehen?

Bin ich so zuverlässig und willensstark, dass ich immer alles erreiche, was ich mir vorgenommen habe?

Mitnichten. Für gewöhnlich nehme ich mir viel vor und scheitere auch ebenso oft.

Doch dieses Mal ist es anders, das fühle ich. Ich bin verliebt in mein Self-Journal. So wie ich es in dieser kurzen Zeit kennengelernt habe, habe ich vollstes Vertrauen, dass wir beide es noch weit bringen werden… Auf jeden Fall werde ich meine Ziele für die nächsten zwei Monate erreichen.

Was ist eigentlich ein Self-Journal?

Meins kam als ein unerwartetes Geschenk von einer guten Freundin. Einer besten sozusagen. So viel Freude hat mir schon lange kein Geschenk mehr gemacht! Es kam zu mir, als ich es am meisten brauchte. Als ich das Potential darin erkannte, wurde ich sehr aufgeregt.

An und für sich ist das Self-Journal eine Art Kalender, ein Planer, ein Werkzeug zum Erreichen der eigenen Ziele, Verwirklichung von Träumen, Umsetzen von Projekten oder Aneignen neuer, guter Gewohnheiten. Die Macher des Self-Journals haben es erschaffen, weil sie nichts vorfanden, was ihren Zwecken diente. Weil ihr eigenes System dann so gut funktionierte, wollten sie es mit dem Rest der Welt teilen.

(Anmerkung: Falls Du nun sofort Deiner Freundin ein Self-Journal bestellen möchtest, weil Du der Meinung bist, sie könnte etwas zielstrebiger oder organisierter werden – geh noch mal in Dich, ob es wirklich passt. Es muss ihr Wunsch sein, ihre Ziele zu erreichen. So ein Geschenk muss auch zum richtigen Zeitpunkt kommen. Für mich kam es eben gerade richtig, weil ich sowieso gerade wildentschlossen war, loszulegen. Jedoch hatte ich keinen Plan hatte, wie ich meine Ziele erreichen könnte. Daher war es für mich das perfekte Geschenk. Ok, Anmerkung Ende. Ich wollte nur vor Zwangs-Beglückungen warnen. Kann funktionieren, muss aber nicht.)

So funktioniert das Self-Journal!

Als allererstes brauchst Du einen Traum. Etwas, was Du erreichen willst. Dein Traum wird zum Ziel, wenn er konkret formuliert und mit Datum versehen wird. Das Self-Journal geht über einen Zeitraum von 3 Monaten – ein sehr realistischer Zeitrahmen, über den Du Deine Absicht aufrecht erhalten kannst! Viele nehmen sich zu Neujahr alles mögliche für das kommende Jahr vor. Ein ganzes Jahr dran bleiben, da braucht es schon ganz schön viel Durchhaltevermögen. Doch drei Monate, dass kannst Du schaffen!

Ich persönlich habe schon vor meinem Self-Journal angefangen, in 3-Monats-Zielen zu denken – eine Zeit, die ich als überschaubar empfinde. Viel weiter kann und möchte ich nicht in die Zukunft schauen.

Insgesamt ist im Self-Journal Platz genug für drei Ziele – zum Bespiel ein berufliches, ein persönliches und ein gesundheitliches Ziel. Ziele sollten immer SMART formuliert werden, das heißt:

S- specific = spezifisch
M- measurable = messbar
A- attainable = ausführbar, erreichbar
R- relevant = relevant, für mich bedeutsam
T- time-based = mit Datum versehen

Ansonsten wäre es zu viel unkonkret und auch nicht überprüfbar!

So, nun muss das Ziel heruntergebrochen werden:

Welche Meilensteine werden mir zeigen, dass ich auf dem richtigen Weg bin und mich meinem Ziel nähere?

Für mich waren das zunächst einmal folgende (zufällig jeweils in 1 Monat erreichbar):

Meilenstein 1 im November: STUDY – Ich habe kostenlose Möglichkeiten & einen kostenpflichtigen Kurs für Blogger ausgiebig studiert, um zu wissen, wie ich vorgehen muss und grobe Fehler zu vermeiden
Meilenstein 2 im Dezember: CONCEPT – Ich habe ein Konzept für meinen Blog und eine Artikelliste!
Meilenstein 3 im Januar: WRITE – Ich schreibe täglich einen Artikel!

Jeder einzelne Meilenstein wird noch einmal herunter gebrochen in Aktivitäten und Aufgaben.

Zum Beispiel mein Meilenstein 1 NOVEMBER STUDY:
Aufgabe 1: Sammele Pins zum Thema Bloggem auf Pinterest, um gute Infoquellen zu finden
Aufgabe 2: Schreibe Dich bei 2-3 kostenlosen Kursen zum Thema Bloggen ein
Aufgabe 3: Bestelle Connis „Blogcamp“ und arbeite den Kurs durch

Im täglichen Kalender geht es dann so weiter:

Ich schreibe mir täglich noch mal meine Ziele auf und finde dann heraus, welches meine drei wichtigsten Aufgaben für heute sind, die mich meinem Ziel näher bringen. Diese haben dann höchste Priorität. Das macht den Unterschied zwischen beschäftigt sein und effektiv sein! Du kannst den ganzen Tag beschäftigt sein und wie ein aufgescheuchtes Huhn arbeiten wie blöde, ohne Deinen Zielen auch nur einen Millimeter näher zu kommen. Oder Du hälst immer wieder inne, fragst Dich, was steht wirklich an, was ist wesentlich.

Tägliche Rituale ergänzen das Ganze.

Morgens beginne ich meinen Tag mit der Planung des Tages:

  • Ich rufe mir meine Ziele ins Gedächnis.
  • Ich definiere meine drei Aufgaben für heute.
  • Außerdem finde ich drei Dinge, für die ich dankbar bin und schreibe diese auf.

Es geht nicht darum, sich Dinge schön zu reden oder positiv zu denken, es geht darum, den Fokus zu verschieben, auf das was gut ist, anstatt auf das was fehlt. Es gibt immer etwas, wofür wir dankbar sein können, und sich darüber bewusst zu werden, ist das Geheimnis der Zufriedenheit.

Abends wiederhole ich diese Übung in Dankbarkeit.

  • Es ist außerdem an der Zeit, mich ausgiebig zu loben: Was ist mir heute gut gelungen? Wo war ich erfolgreich?
  • Aber auch, Fehler zu analysieren: Was funktionierte nicht so gut? Was habe ich heute gelernt? Was möchte ich das nächste Mal, vielleicht schon morgen, besser machen? Jedes Scheitern ist eine Gelegenheit zu wachsen, besser zu werden und Einsichten zu erlangen!

Ihr seht, es geht nicht um positives Affimieren oder Bestellungen beim Universum, sondern darum sich Zeit zu nehmen für sich selbst. Innehalten, reflektieren, aus unseren Erfahrungen lernen und wachsen.

Und, was hat es mir mein Self-Journal nun gebracht?

1. Ich weiss nun, dass ich fähig bin, meine Ziele zu erreichen, und das gibt mir eine Extraportion Selbstbewußtsein!

Ich habe gar nicht gewußt, wie gut es mir und meinem Selbstbewußtsein tut, mir Ziele zu setzen und zu erreichen! Ich hatte mich eigentlich mehr so für den Typ Menschen gehalten, der mit dem Flow geht und keine großen Ziele hat.

Überraschung! Das Journal täglich zu führen hat zugegebener Weise einiges an Selbstdisziplin erfordert. Was mich überrascht hat, ist dass diese Selbstdisziplin eine Menge Spaß gemacht hat!

Ich habe mich morgens immer gefreut, bei einer Tasse grünen Tee den Tag zu planen und in mich zu gehen. Was ist mir wichtig? Was will ich wirklich, wirklich, wirklich? Wofür bin ich dankbar? Dieser Akt hat fast schon etwas meditatives.

Tagsüber war es ein tolles Gefühl, die Aufgaben abzuhaken und abends dann zu reflektieren, sogar am Scheitern noch gute Aspekte zu finden (nämlich als Möglichkeit zu wachsen und zu lernen).

Mehr Fokus, mehr Zielstrebigkeit, mehr Klarheit – all das hat mir mein Self-Journal ermöglicht.

2. Ich habe mich selbst besser kennengelernt – ich weiß, was mich glücklich macht.

Ich hatte den Impuls, meine jeweilige Stimmung kurz im Self-Journal zu notieren:

🙂 ein lächelndes Smiley für besonders glückliche Augenblicke, und

🙁 grimmig dreinblickende Smileys für weniger glückliche Stunden.

Das war eine super Idee, denn dabei habe ich folgendes festgestellt:

Besonders glücklich war ich, wenn ich

🙂 meine Aufgaben erledigt habe, die ich mir zuvor frei und selbstbestimmt auferlegt hatte und dabei vielleicht …

🙂 … in einen besonderen Flow-Zustand kam.

🙂 in Augenblicken authentisch gefühlter Gemeinschaft, unter wahren Freunden, in Augenblicken inniger Verbundenheit.

Ok, für eine, die sich für eine ausgesprochene Eremitin hält und unglaublich viel alleine sein möchte, war das schon ein Aha-Moment für mich!

Besonders unglücklich war ich, wenn ich

🙁 mich vor meinen Aufgaben gedrückt habe und ablenken wollte

🙁 fremdbestimmte Ablenkungen mich auf Abwege gebracht haben

🙁 ich Zeit mit Menschen verbracht habe, die mich nicht glücklich machen.

Und das führt mich unmittelbar zum nächsten Punkt:

3. Ich habe die Kraft aufgebracht, Energievampire aus meinem Leben zu werfen!

Aufgrund meiner Smiley-Praxis 🙂  (siehe oben, Punkt 2) konnte ich feststellen, dass ich immer wenn ich einen bestimmten Menschen traf, ein grimmiges Smiley anbringen musste. Immer wenn ich diesen Menschen traf, war ich schon im Vorfeld gestresst, währendessen genervt und hinterher wie leer gesaugt. Und da ich das mit Smileys immer schön dokumentierte, ließ es sich auch nicht schön reden, nach dem Motto, naja, diesmal war es halt Scheiße, aber ab und zu ist es doch auch ganz nett mit diesem Menschen…

NEIN! IST ES NICHT!!!

Dinge aufzuschreiben hat eine eigene Magie. Meine eigene Dokumentationen belegten zweifelsfrei ein Muster: Das ich mich mit Menschen treffe, die mich nicht glücklich machen. Die mich im Gegenteil herunterzogen, Energie kosteten, aussaugten. Warum auch immer.

🙂 Diese Erkenntnis hat mir dann die Kraft gegeben, mich aus dererlei Verstrickungen zu lösen.

Doch seien wir mal ehrlich, nicht nur andere Menschen rauben uns die Energie, das können wir doch selbst am Besten! Was mich zum nächsten Punkt führt.

4. Ich bin mir selbst und meinen Vermeidungsstrategien auf die Schliche gekommen!

Achtung, Selbstsabotage!

Ich hatte ja schon geahnt, dass ich meine eigenen Strategien habe, mich abzulenken und vor den wichtigen Dingen, die getan werden müssen, zu drücken.

Das Self-Journal hat es aber Tag für Tag auf den Punkt gebracht. War schon manchmal sehr peinlich, sich selbst das eingestehen zu müssen:

Das hätte ich gerne geschrieben:
🙂 2 Stunden an der Aufgabe gearbeitet und den nächsten Meilenstein erreicht

So sah dann die Realität aus:
🙁 2 Stunden im Internet-Rabbit-Hole verschwunden. War keine Absicht und zu Freizeitzwecken könnte ich mir auch schönere Aktivitäten vorstellen. Beim Versuch mich vor dem, was getan werden muss, zu drücken schwachsinnige youtube-Videos geguckt.

Eat the frog, first things first und so weiter: Konzepte, von denen ich schon gehört hatte, machten endlich einen Sinn.

Für alle die nicht wissen, was es mit eat the frog auf sich hat: Dieses Konzept beruht auf dem angeblichen Zitat von Mark Twain:

If it’s your job to eat a frog, it’s best to do it first thing in the morning. And If it’s your job to eat two frogs, it’s best to eat the biggest one first.

(„Wenn es Deine Aufgabe ist, einen Frosch zu essen, ist es am besten, es morgens als erstes zu tun. Und wenn es Deine Aufgabe ist, zwei Frösche zu essen, ist es das beste, den größeren als erstes zu essen.“)

Die Frösche beziehen sich natürlich auf all die lästigen, unangenehmen Dinge, die erledigt werden müssen, und die wir mit hohem Aufwand von Energie vor uns herschieben. Oft sind diese Aufgaben auch die wichtigsten, diejeniegen, die uns einen guten Schritt weiterbringen würden. Also in diesem Sinne… guten Appetit!

Hier noch die Geschichte von den großen Steinen, den kleinen Steinen und dem Sand, für alle, die sie noch nicht kennen. Ein Philosophieprofessor stand vor seinen Studenten und hatte ein paar Dinge vor sich liegen. Als der Unterricht begann nahm er ein großes leeres Glas und füllte es bis zum Rand mit großen Steinen. Anschließend fragte er seine Studenten ob das Glas voll sei?

Sie stimmten ihm zu.

Der Professor nahm eine Schachtel mit Kieselsteinen und schüttete sie in das Glas und schüttelte es leicht. Die Kieselsteine rollten natürlich in die Zwischenräume der größeren Steine. Dann fragte er seine Studenten erneut ob das Glas jetzt voll sei?

Sie stimmten wieder zu und lachten.

Der Professor seinerseits nahm eine Schachtel mit Sand und schüttete ihn in das Glas. Natürlich füllte der Sand die letzten Zwischenräume im Glas aus.

„Nun“, sagte der Professor zu seinen Studenten,“ Ich möchte dass sie erkennen, dass dieses Glas wie ihr Leben ist!

Die Steine sind die wichtigen Dinge im Leben ihre Familie, ihr Partner, ihre Gesundheit, ihre Kinder. Dinge, die – wenn alles andere wegfiele und nur sie übrig blieben – ihr Leben immer noch erfüllen würden. Die Kieselsteine sind andere, weniger wichtige Dinge wie z.B. ihre Arbeit, ihre Wohnung, ihr Haus oder ihr Auto. Der Sand symbolisiert die ganz kleinen Dinge im Leben.

Wenn sie den Sand zuerst in das Glas füllen bleibt kein Raum für die Kieselsteine oder die großen Steine. So ist es auch in ihrem Leben wenn sie all ihre Energie für die kleinen Dinge in ihrem Leben aufwenden, haben sie für die großen keine mehr. Achten sie auf die wichtigen Dinge, nehmen sie sich Zeit für ihre Kinder oder ihren Partner, achten sie auf ihre Gesundheit. Es wird noch genug Zeit für Arbeit, Haushalt, Partys usw. bleiben. Achten sie zuerst auf die großen Steine, sie sind es die wirklich zählen. Der Rest ist nur „Sand“.

Ich habe festgestellt, wenn ich wirklich erst die wesentlichen Dinge erledige, dann ist mehr als genug Zeit, abends noch auf youtube schwachsinnige Videos zu gucken… allerdings verlieren diese dann enorm an Attraktivität. Ich hab doch echt Besseres zu tun!!! 😉

Klar war mir das alles schon vorher klar, doch jetzt ist es erfahrenes Wissen und nicht nur eine Lebensweisheit aus irgendeinem Buch. Diese Erfahrung kann mir keiner mehr nehmen.

5. Ich habe mir neue gute Gewohnheiten angeeignet

Das Self-Journal ist geradezu perfekt, um sich neue gute Gewohnheiten anzueignen! Die Sache mit der Dankbarkeit ist ja an sich schon ein Ritual, welches es wert ist, jeden Morgen praktiziert zu werden.

Darüber hinaus gibt es im Journal eine Seite für den wöchentlichen Rückblick. Dort habe ich die Möglichkeit, Gewohnheiten oder Aktivitäten meiner Wahl festzulegen, zu überlegen, wie oft ich sie diese Woche durchführen möchte und dann Tag für Tag abzuhaken. Der sogenannte Habit-Tracker. Das Mittel der Wahl für alle, die sich neue gute Gewohnheiten aneignen wollen.

Auch diese Sache machte mir unerwartet viel Spaß! Ich habe mir angewöhnt, täglich Gitarre, Beatboxen und Rap zu üben (wichtig für die Karriere als Straßenmusikerin) und den Tag mit 10 Minuten Meditation zu starten. Da ich wissen wollte, ob es mir gut tut, habe ich einen Monat lang damit experimentiert, täglich 1,5 Liter Wasser zu trinken, täglich Japanische Gesichtsmassagen und Ölziehen zu praktizieren.

6. Ich bin besser darin geworden, meine Kräfte einzuschätzen

Ich weiß jetzt, was ich mir zutrauen kann – viel mehr als gedacht! Meine Träume sind nicht nur Hirngespinste, sondern ich kann sie auch auf den Boden der Tatsachen holen, Tag für Tag.

Nach dem Enthusiasmus der ersten Zeit mit meinem Self-Journal folgte jedoch eine Zeit der Ernüchterung. Ich wurde krank, fühlte mich erschöpft und lustlos.

Vielleicht weil ich vergessen hatte, freie Tage einzuplanen ?!?

Inzwischen weiß ich, wie wichtig Freizeit, Erholung und Pausen für mich sind. Menschen sind nun mal keine Maschinen. Auf jedes Ausatmen muss ein Einatmen folgen, Tun und Sein sollen sich die Waage halten.

Es ist wie bei Alice im Wunderland: Je schneller Du rennst, desto weniger kommst Du von der Stelle.

Und je mehr Pausen Du machst, desto schneller wirst Du Deine Ziele erreichen:

7. Ich habe die Kunst gelernt, mir die richtigen Ziele zu setzen und mich ihnen mit kleinen Schritten zu nähern

Ein weiser Mensch sagte einmal zu mir:

Diejenigen, die es am eiligsten haben, müssen oft am längsten warten!

Als chronisch ungeduldiger Mensch weiß ich nur allzu gut, wie wahr das ist, *SEUFZ*!

Meine Reise mit dem Self-Journal hat mich eindringlich gelehrt, dass kleine Schritte und viele Pausen mich schneller ans Ziel bringen. Manchmal ist es auch nötig, ein Ziel umzuformulieren, weil das Ziel als solches zu groß und überfordernd ist für den Augenblick. Jedes Ziel lässt sich herunterbrechen in noch kleinere Ziele.

Vor allem möchte ich mich meinen Zielen mit Freude nähern! Schließlich möchte ich hier keinen Gewaltmarsch an den Gipfel unter Ausbeutung meiner Reserven absolvieren. Sondern ich möchte genußvoll auf der Wanderung sein und den Weg dorthin genießen!

8. Fehler machen ist GUT!!!

Ich wiederhole: Fehler machen ist GUT.

Fehler machen ist GUT.

 

Ich persönlich habe ja eine panische Angst, Fehler zu machen. Vielleicht kommt das aus der Schulzeit – wer Fehler macht bekommt eine schlechtere Note und ist im schlimmsten Falle nicht gut genug.

Die Wahrheit ist aber, „Fehler“ sind der Treibstoff unserer Entwicklung, ohne Fehler kein Wachstum. Ohne Versagen können wir keine Helden sein, die trotz aller Widernisse wieder aufstehen und ihren Weg weiter gehen!

Das Self-Journal mit seinem täglichen und wöchentlichen Rückschauen ermutigt zum ausgiebigen Scheitern und Versagen. Heute schon gescheitert? Nein? Dann aber los!

9. Ich bin pünktlicher geworden!

Na sowas!

Damit hätte ich nun auch nicht gerechnet: Ich habe mein chronisches Unpünktlichkeitsproblem in den Griff bekommen. Ich finde es nicht in Ordnung, die Lebenszeit meiner Mitmenschen zu verschwenden und mit großer Regelmäßigkeit zu spät zu kommen. Es ist einfach eine schlechte Angewohnheit, und ich möchte, dass andere achtsam mit meiner Zeit umgehen, so wie ich mit ihrer. Schließlich ist Zeit die einzige Ressource, die wir unter keinen Umständen erneuern können, Minute um Minute verfließt, und wir können sie nicht zurückkaufen.

Dennoch fällt (vielmehr: fiel!) es mir schwer, pünktlich zu kommen… es war eben eine schlechte Angewohnheit aus alten Zeiten, die ich schwer in den Griff bekam. Jedoch nicht mehr, seit ich mein Self-Journal habe! Termine trage ich ein, aber ich recherchiere auch, wie lange ich brauche um zum Ort des Geschehenes zu kommen. Dann trage ich in den Kalender ein, wann ich genau los muss. Meine schriftliche Absichtserklärung, zu einem bestimmtem Zeitpunkt aufzubrechen, ist so machtvoll, dass ich dann auch tatsächlich aufbreche. Kleinen Sicherheitspuffer einbezogen. Das ist auch schon das ganze Geheimnis.

Klingt leicht. Ist es auch. Und funktioniert.

Bonus Lektion aus der Schule des Lebens:
Alles außer Kontrolle…

Immer wenn ich dem Wahn verfalle, ich hätte alles zu hundert Prozent im Griff, belehrt mich das Leben freundlicher Weise eines besseren: ich habe alles, außer Kontrolle!

Eines Abends, als ich gerade selbstzufrieden alle Punkte in meinem Journal abgehakt hatte und anfing zu glauben, dass ich ab jetzt mit meinem magischen Buch und stählener Willenskraft ausgerüstet ALLES erreichen würde, was ich mir jemals vornehme – wurde mir so richtig übel.

Ich möchte euch mit Details verschonen, nur soviel, ich habe die fiese Attacke eines Magen-Darm-Virus gerade so überlebt. Ok, ich übertreibe vielleicht etwas, jedenfalls war es furcht-bar.

Und was lernen wir daraus? Es ist leicht, den üblichen Gedankenmustern der heutigen Zeit zu verfallen. Mit all ihrem Machbarkeitswahn, ihrer Erfolgsbessenheit, ihrem blindem Aktionismus nur um des Aktiv-sein willens.

Doch in Wahrheit haben wir rein gar nichts im Griff und alles was wir uns aufgebaut haben, verlieren wir eines Tages wieder.

Am Ende des Tages und unseres Lebens geht es um ganz andere Dinge.

Ziele verfolgen mit Willenskraft und sich dabei als handelndes und schöpferisches Wesen zu erfahren und daran zu erfreuen hat seine Berechtigung.

Hingabe an das was ist und sein will, ist ein anderer Aspekt des Lebens. Ich versuche, eher meinem Herzen zu folgen, als kopfgesteuert auf Ego-Ziele zu zusteuern. Dafür, dass mich mein Körper und das Leben stets daran erinnern, wenn ich aus dem Gleichgewicht komme, bin ich sehr dankbar!!!

Nachteile des Self-Journals!?!

Meines Erachtens: wenige!

1. Derzeit ist der Planer nur auf Englisch erhältlich. Das wäre ein Nachteil, falls Du kein Englisch sprichst. Mittelgute Englischkenntnisse reichen völlig aus, um sich zurrecht zu finden.

2. Manchmal habe ich mir mehr Raum für die Einträge gewünscht und manchmal noch ein kleines bisschen mehr Flexibilität, Anpassung an meine eigenen Bedürfnisse. Ich werde da demnächst mit dem Bullet-Journal experimentieren, ein anderem Planungssystem, welches zu 100% individuell ist. Ich werde euch berichten.

3. Bei den täglichen Einträgen wird immer die Uhrzeit eingetragen. Manchmal fand ich das zu umständlich. Hauptsache, die Aufgabe wird erledigt, ist doch egal, um wieviel Uhr und wie lange ich brauche, oder? Es gibt Menschen, die schwören darauf, alles mit genauer Uhrzeit zu planen. Ob es für mich einen Unterschied macht – auch das möchte ich demnächst im Selbstexperiment mit dem Bullet-Journal erkunden.

4. Am Anfang des Self-Journals geht man einen Vertrag mit sich selbst ein, wo man auch eine Belohnung für sich festlegt, falls man seine Ziele erreicht. Von dieser Praxis halte ich nicht so viel. Allerdings ist das ein kleines Detail. Mehr über das Thema habe ich Beitrag „Du musst Dich belohnen! Stimmt das? Feiern statt belohnen!“ geschrieben.


Haben wollen?

Hier gehts zur offiziellen Homepage des Self-Journal!


Kein Geld für ein Self-Journal?

Kein Geld, kein Problem.

Einen Kalender nach den Self-Journal-Prinzipien kann man sich ganz einfach selber gestalten. Wie es funktioniert habe ich ja in diesem Artikel beschrieben.

Außerdem könnt ihr ganz offiziell und kostenlos das komplette Self-Journal als PDF downloaden und ausdrucken. Das finde ich schon der Hammer, tolle Leute! Auf der offiziellen Homepage etwas nach unten scrollen, unter „Featured Products“ auf „Self Journal“ klicken. Dort noch mal etwas nach unten scrollen und den Button „Download PDF“ klicken.


Außerdem, liebe Freunde des Do-it-Yourself:

Coming soon hier auf marcellas.blog:

Die Planer-Euphorie ist nun über mich gekommen, als nächstes möchte ich das Bullet-Journal ausprobieren. Es kostet nicht mehr als ein Heft, einen Stift und ein bisschen Lust auf selber machen.

So, nun seid ihr dran. Das ist mein erster Artikel und ich freu mich wie ein (Soja-)Schnitzel, über jeden einzelnen Kommentar. Schreibt hier gerne was rein nach Lust und Laune!

Findet ihr so einen Planer sinnvoll oder völlig übertrieben? Habt ihr Ziele oder lebt ihr lieber so in den Tag hinein? Habt ihr noch Fragen zum Thema?

Merken

0 Comments

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.