Leben

4 Dinge, die mir Freude machen und die ich viel zu lange nicht getan habe

Dinge tun, die Freude machen und die ich viel zu lange nicht getan habe - Tanzen gehört definitiv dazu

In meinem letzten Newsletter hatte ich meine Leser zu mehr Lebensfreude herausgefordert: Wir alle kennen Dinge, die wir gerne tun, die wir lieben, die uns glücklich machen.

Und trotzdem tun wir es viel zu selten.

Warum eigentlich…? Ich habe mich letzten Monat selbst herausgefordert, mal wieder zu tun, was mir eigentlich Freude macht.


Übrigens – hier die eben erwähnte Challenge. Mitmachen jederzeit erlaubt!
Dinge tun, die Dir Freude machen - diese Aufgabe und mehr gibt es in der Challenge für mehr Lebensfreude

Dinge tun, die Dir Freude machen – diese Aufgabe und mehr gibt es in der Challenge für mehr Lebensfreude

„Mehr Lebensfreude – die Challenge.                   30 Tage für mehr Lebensfreude“

Tue, was Du (wirklich) willst – Wisse, was Dir Freude macht – schätze das Gute in Deinem Leben. Aufgaben für jeden Tag. Für alle auf der Suche nach mehr Lebensfreude.

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Und nun zu meinen vier Dingen, die ich viel zu lange nicht mehr getan hatte…

1. Tanzen gehen!

Ich liebe es zu tanzen! Für mich alleine, mit anderen, nach festen Regeln oder am liebsten völlig frei. Ich liebe, es meinen Körper zur Musik zu bewegen, mich in den Klängen und Bewegungen aufzulösen und selbst zu vergessen.

Trotzdem habe ich die letzten zwei Jahre das Tanzen gehen vergessen. Wie konnte das nur passieren? Ich habe damals meinen Freund beim Tanzen kennengelernt. Doch statt gemeinsam dieser freudvollen Beschäftigung nach zu gehen waren wir nun mit uns beschäftigt. Statt alleine loszuziehen, habe ich lieber die Abende bei ihm auf der Couch verbracht… und eines Tages ist der Freund weg, und Du fragst Dich – wie konnte ich nur diesen Aspekt meiner selbst vergessen, der mich so erfüllt?

Doch ich bin weiterhin nicht Tanzen gegangen.

Ausreden gibt es viele. Kein Geld. Doch daran kann es nicht liegen. Ich weiss allein in Berlin drei Orte, wo ich gegen etwas Mithilfe kostenlos tanzen könnte. Nichts Großartiges, gelegentlich leere Flaschen einsammeln oder ein Stündchen bei der Vor- oder Nachbereitung helfen. Auf https://www.gratis-in-berlin.de gibt es kostenfreie Kurse in Tango, Salsa und Swing.

Egal, wie es dazu kam – ich hole mir diesen Aspekt meiner selbst zurück!

Für 8 Euro erhalte ich Zugang zu einem freien Tanzabend einer Tanzschule in München. Und ich stelle fest: auch Freude will geübt sein. Ich bin furchtbar müde, schüchtern und traue mich kaum auf die Tanzfläche. Nach einem viel zu kurzen Abend verlasse ich fluchtartig den Ort.

Doch ich gebe nicht auf. Eine Woche später stehe ich wieder auf der Matte. Ich komme früher, zur Contact-Improvisation auf Spendenbasis. Bei diesem Tanzstil geht es darum, im freien Spiel den achtsamen Kontakt miteinander auszuprobieren. Zwei Stunden später bin ich von lauter glücklichen Menschen umgeben. Ich bleibe zum anschließenden offenen Tanzabend. Aus den Augenwinkeln bewundere ich diesen jungen Mann, der sich so anmutig bewegt. Oh nein, und jetzt bewegt er sich quer durch den Raum auf mich zu! Meine Sorge, vergessen zu haben, wie das geht, ist unbegründet: Als hätten wir nie etwas anderes getan, lässt er mich übers Parkett schweben. Ich gehe sehr glücklich nach Hause.

Eine Woche später versuche ich, ob es noch etwas mehr Freude sein darf. Ich stürze mich erneut ins Getümmel. Doch eigentlich ist es mir zuviel. Zuviele Menschen, zuviel Kontakt, es darf gerne etwas mehr Abstand sein. Ich brauche wieder mehr allein sein. Ich stelle fest: die Dosis macht das Glück.

2. Ein Tag in der Natur

Also ist es Zeit für eine Unternehmung, die ich schon länger geplant habe: ein Tag in der Natur für mich alleine. Der Berg ruft und da ich gerade in München bin, ist die Gelegenheit günstig.

Ich starte mit richtig mieser Laune in den Tag: Der Wetterbericht verspricht Höchsttemperaturen von molligen 12 Grad. Garantiert kein einziger Sonnenstrahl. Zwei Tage später würde die Sonne scheinen und der Frühling warm und freundlich ausbrechen. Doch ich habe bereits morgen mein Ticket nach Berlin  gebucht und werde dort erwartet.

Ich fluche und motze über meine schlechte Planung. Den Ausflug fallen lassen? Verschieben auf das nächste Mal, wenn ich wieder in München bin, vielleicht in zwei Monaten, wenn´s dann klappt? Oder vielleicht wird´s dann doch nächstes Jahr… No way! Jetzt oder nie!

Kaum angekommen ist alles gut. Die Bergwipfel sind unter Wolken bedeckt, aber die satte, frische Luft tut mir gut. Die Bewohner hier leben in Häusern wie auf kitschigen Postkartenidyllen. Die Hähne krähen und ein Pferd rollt sich voll überschäumender Lebensfreude wollüstig über die Wiese. Man merkt, hier ist die Welt noch in Ordnung. Doch ich will in die Wildnis und lasse die Zivilisation hinter mir.

Die Aussicht ist grandios:

Dinge tun, die ich viel zu lange nicht getan habe und die Freude machen - auch wenn das Wetter schlecht ist!

Hey, sagt jetzt nichts dagegen! Es war nicht gerade, was ich mir ausgemalt hatte, aber dennoch schön! Romantisch wie ein nachdenklicher Herbsttag.

So langsam kommen meine Gedanken zur Ruhe. Ich nehme nur noch wahr, was mich umgibt. Der sanfte Wind auf meinem Gesicht. Die Bäume, mal Stille, mal der Bach. Das Knirschen des Schnees unter meinen Füßen. Ja, hier oben liegt noch Schnee und ich versinke zunehmend tiefer darin. Als ich knietief versinke, sehe ich ein: nicht alle Gipfel sind dazu bestimmt, von mir bestiegen zu werden, jedenfalls nicht heute.

Ich verbringe des Rest des Tages unten am See und hänge meinen Träumen nach. Zu Hause wartet ein warmes Bad auf mich.

3. Massage und Berührung

Den Januar habe ich als eine Art Einsiedlerin ein Haus auf dem Land gehütet. Außer meinem Gefährten, Kater Shangri-La, hatte ich wenig soziale Kontakte. Im Februar merke ich, dass ein menschliches Grundbedürfnis zu kurz gekommen ist: das Bedürfnis danach, absichtslose Berührungen auszutauschen. Ich weiß, dass die meisten meiner Mitmenschen darin chronisch unterversorgt sind. Also gibt es nur eines zu tun: den ersten Schritt zu wagen.

Ich frage meine beste Freundin, Schwester und Exfreund, ob sie Lust auf einen Massageaustausch haben und renne überall offene Türen ein. Schon bald fühle ich mich wieder satt, genährt und zufrieden.

So einfach und schlicht, es kostet noch nicht mal was. Man muss es nur tun. Wäre schön, wenn wir modernen Menschen uns mal wieder mehr gegenseitig in den Arm nehmen würden und nicht auf unsere Haustiere angewiesen wären, um zu kuscheln.

4. Menschen treffen, die ich viel zu lange nicht gesehen habe

Dann gibt es diese Menschen, die ich eigentlich mag, aber aus irgendwelchen Gründen aus den Augen verloren habe. Jetzt, wo ich die Menschen aussortiert habe, die mir eigentlich nicht gut tun, hätte ich eigentlich auch wieder Zeit, Menschen zu treffen, die ich vermisse.

Nur, wo sind sie?

Oft sind es Missverständnisse. Ich neige dazu, zu warten, bis Menschen auf mich zukommen, und wenn sie das nicht tun, nehme ich an, sie wären nicht an mir interessiert. Vielleicht stehe ich mir damit selbst im Weg…

Doch ich habe Glück. Ganz von alleine melden sich zwei Freundinnen wieder, von denen ich angenommen hatte, sie hätten weniger Interesse an mir, als ich an Ihnen. Die Wiedersehensfreude ist groß…

Oh you had a happy life, if you did the things you like… Welche Dinge, die euch eigentlich Freude machen, wollt ihr mal wieder tun? Inspiriert eure Mitmenschen und schreibt es in die Kommentare.


Einfach tun, was Freude macht – das kann, aber muss nicht mehr Lebensfreude in unser Leben bringen. Sich freuen zu können ist vor allem eine Fähigkeit. Oder ein Seinszustand. Mehr über diese oft angestrebte, oft vergraulte Gefühl im Artikel Urkraft Freude … und drei Wege, wie ich sie vermeide


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2 Comments

  1. Tamara Dobrinkat

    Wie schön und wahr Du schreibst, Marcella. Ich habe mich in ALLEM wiedergefunden. Danke!

    • Marcella

      Vielen Dank, meine Liebe! Wenn Dir noch weitere Dinge einfallen, die Dir Freude machen und die Du viel zu lange nicht mehr getan hast, immer nur raus damit, es inspiriert andere. Lass uns wagen, Dinge zu tun, die uns glücklich machen 😉

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